Der Blazhko-Effekt ist ein noch nicht vollständig verstandenes Phänomen der Astronomie. Er bezieht sich auf eine bestimmte Art von veränderlichen Sternen, die RR-Lyrae-Sterne, die sich durch eine periodische Änderung ihrer Helligkeit auszeichnen. Der Effekt wurde 1907 von dem russischen Wissenschaftler Sergey Nikolaevich Blazhko entdeckt. RR-Lyrae-Sterne sind alte Sterne, die etwa die halbe Masse der Sonne haben und fünfmal so groß sind. Sie gehören zur Population II, also zu einer im Vergleich zu unserer Sonne älteren Generation von Sternen. Ihre Helligkeitsänderung beruht auf dem Kappa-Mechanismus, einem Wechselspiel zwischen der Gravitationskraft und der Strahlungskraft im Sterninneren. Dabei spielt die Opazität, also die Lichtundurchlässigkeit des Sterns, eine entscheidende Rolle.
Der Blazhko-Effekt zeigt sich darin, dass die maximale Helligkeit dieser Sterne während ihres Helligkeitszyklus variiert. Diese Modulation der maximalen Helligkeit erfolgt ebenfalls periodisch, jedoch mit einer anderen Frequenz als der primäre Helligkeitszyklus. Die genaue Ursache des Blazhko-Effekts bleibt jedoch ein Rätsel.
Mögliche Erklärungen sind zusätzliche Schwingungen im Stern, Störungen durch ein ungleich ausgerichtetes Magnetfeld oder konvektive Strömungen, die den Kappa-Mechanismus beeinflussen. Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Kepler haben bei RR-Lyrae-Sternen ein weiteres Phänomen entdeckt, die so genannte Periodenverdopplung. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Helligkeitsschwankung, die doppelt so lang ist wie die ursprüngliche Periode. Trotz mehr als einem Jahrhundert Forschung und neuer Erkenntnisse mit modernen Teleskopen bleibt der Blazhko-Effekt ein Rätsel der Astronomie. Er zeigt, wie komplex die Vorgänge im Inneren der Sterne sind und wie viel es in den Weiten des Universums noch zu entdecken gibt.