Am 19. Juni 2004 entdeckte ein Astronomenteam um Roy Tucker, David Tholen und Fabrizio Bernardi den Asteroiden 2004 MN4. In einem ungewöhnlichen Prozess verfolgte die internationale Gemeinschaft seine Bahn, und am 21. Dezember 2004 stellte sich heraus, dass der Asteroid am 13. April 2029 gefährlich nahe an der Erde vorbeifliegen würde.
Nach dieser Entdeckung führten zwei Datenbanken, „Sentry“ der NASA und „NEODyS“ der Universitäten von Pisa und Valladolid, eine Kollisionswahrscheinlichkeitsanalyse durch. Am 23. Dezember 2004 lag die Wahrscheinlichkeit bei 0,3%, stieg aber durch weitere Beobachtungen bis zum 27. Dezember auf 2,7% an. Diese ungewöhnliche Entwicklung beunruhigte die Wissenschaftler, die am Weihnachtstag nach möglichen Kollisionsrisiken suchten.
Als eine Kollision am 13. April 2029 zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, informierten die Astronomen das Minor Planet Center und die Weltöffentlichkeit über die drohende Begegnung. Kontinuierliche Beobachtungen verbesserten jedoch die Bahnbestimmung, und ein „Precovery“-Bild aus der Vergangenheit half, die Wahrscheinlichkeit einer Kollision zu verneinen.
Der Asteroid erhielt den Namen „Apophis“ und flog in den folgenden Jahren mehrmals dicht an der Erde vorbei. Die Ungewissheit über mögliche Kollisionen in den Jahren 2036, 2051 und 2068 blieb. Mit Hilfe von Radarteleskopen konnte der Abstand zwischen Erde und Apophis genau vermessen werden, und nach einem Vorbeiflug am 6. März 2021 war klar, dass auch im Jahr 2068 keine Kollision drohte.
Trotz des Gefahrenpotenzials von Apophis, das sich vor allem durch seinen Durchmesser von 325 Metern auszeichnet, besteht keine unmittelbare Bedrohung für die Menschheit. Im 21. Jahrhundert wird es keine Kollision geben, und auch für das 22. stehen die Chancen gut. Die Erforschung und Überwachung der erdnahen Asteroiden wird fortgesetzt, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Abwehrmaßnahmen zu ergreifen.